Die kleinste in Sachsen erhaltene Burganlage geht bis ins Jahr 1170 zurück. Nach den Rittern kamen die Mönche vom Chemnitzer Bergkloster, dann Mitglieder des Sächsischen Hofes.
Zu besichtigen sind
- die eindrucksvolle Oberburg (mit mittelalterlichem Bergfried, Palas und Fresken des 17. Jh.)
- das kürzlich wieder freigelegte und restaurierte Erdgeschoß der Unterburg
- die freigelegten Fundamente der Burgmauer
Jeden Sommer wird auch eine kleine Sonderausstellung gezeigt.
Umgebung
Rabenstein bietet vielfältige Erholungs- und Besichtigungsmöglichkeiten:
Tierpark
Wildgatter
Schaubergwerk mit unterirdischen Felsendomen
Stausee mit Freibad
FKK
Campingplatz
mehrere Wanderwege
... und einmal im Sommer das große Hip-Hop-Festival "Splash"
Telefon: über Schloßbergmuseum 0371 - 4884508 begin_of_the_skype_highlighting 0371 - 4884508 end_of_the_skype_highlighting oder 4884501
Fax: über Schloßbergmuseum 0371 - 4884599 begin_of_the_skype_highlighting 0371 - 4884599 end_of_the_skype_highlighting
e-mail: schlossbergmuseum@stadt-chemnitz.de
Lage und Anreise
Die Burg liegt im Stadtteil Rabenstein am westlichen Stadtrand, und zwar an der Hauptstraße des ehemaligen Dorfes (Oberfrohnaer Strasse), ziemlich nahe am nördlichen Ortsausgang (Richtung Kändler / Röhrsdorf / Limbach-Oberfrohna)
Die nächste Autobahnabfahrt ist an der A 4 (Erfurt - Dresden)
Limbach-Oberfrohna (früher: Rabenstein)
Richtung Chemnitz-Rabenstein erreicht man auf der Oberfrohnaer Straße in wenigen Minuten direkt die Burg
Von Süden auf der A 72 (Hof - Chemnitz) ist günstig die Abfahrt
Chemnitz-Süd
zuerst stadtauswärts Richtung Oberlungwitz, dann nach gut 1 km kreuzungsfrei nach rechts abbiegen (Rabenstein ist ziemlich klein ausgeschildert!) und quer durch Siegmar auf der Jagdschänkenstraße, aus der ab der Ampelkreuzung in der Ortsmitte Siegmar die Oberfrohnaer Straße wird
Die Sage von der Burg Rabenstein und die Sage über den verwunschenen Schatz
Im Chemnitzer Stadtteil Rabenstein erhebt sich auf einem Bergsporn mit anstehendem Felsen- gestein, die kleinste und dennoch dominant wirkende Burg Sachsens. Da uns leider nur wenige Daten zu der Baugeschichte der Burg Rabenstein bekannt sind, raten wir jedem Liebhaber dieser mittelalterlichen Zeitzeugen, sich vor Ort über diesen ehemaligen Wohnsitz von Grafen und Vögten zu informieren. Zumindest weisen Ausgrabungsfunde auf das Erbauungsjahr um 1170 hin. Im 15. Jahrhundert gehörte die Herrschaft zu Rabenstein noch zum Benediktinerkloster in Chemnitz.
Die unregelmäßige Anlage der Burg Rabenstein bestand ursprünglich aus Unter- und Oberburg, letztere bildete den älteren Kern. Nur der Burgfried und der zweigeschossige Ostflügel sind bis in die heutige Zeit erhalten geblieben.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Rittergut Oberrabenstein im Zuge der Bodenreform aufgeteilt und 1950 erfolgte die Eingemeindung des Ortes Rabenstein nach Chemnitz. Nach Wiederherstellungsarbeiten 1955/1956 wurde 1959 in der Burg ein Museum eingerichtet. Wer die vielen Holzstufen zum heutigen Eingang der auf einem Felsgestein erbauten Burg erklommen hat, darf gerne an der Kasse nachfragen, ob er den Geheimgang benutzen darf, welcher geradewegs zu der Wendeltreppe des Turmes führt.
Auf dem Rückweg kann er sich dann den Rittersaal anschauen und auch die geschicht- lichen Schautafeln studieren. Hier befindet sich auch eine in Miniaturformat nachem- pfundene Anlage der gesamten früheren Burganlage.
Jedes Jahr im Frühjahr finden auf der wunder- schönen Parkan- lage, welche sich im englischen Stil um die ge- samte Burg erstreckt, mittelalterliche Ritter- festspiele statt. Einige Höhepunkte der Spiele sind die Vorstellungen der Schausteller, sowie das Bewerfen mit Eiern eines an den Pranger gestellten Ritters.
Der verwunschene Schatz von Rabenstein
Lange ist es her. Den Rabensteiner Höhenzug bedeckte dichter, urwüchsiger Wald. Eine alte Heerstraße von Altenburg nach Chemnitz durchquerte ihn. Sie senkte sich im Osten nach Rabenstein hinab. Hinter hochaufragenden Baumkronen verbarg sich dort eine altersgraue Burg. Wie alle solche Rittersitze wies sie einen äußeren und inneren Burghof mit Vorratsräumen, Ställen und Kammern auf. Auch ein tiefer Wallgraben und eine Zugbrücke fehlten nicht. Der Burgherr glich selbst so ganz und gar nicht der stattlichen und gewand- ten Art der Ritter. Er war klein und bucklig. Wohl hatte auch er in jungen Jahren Reiten und Fechten gelernt. Und dennoch: ungeschickt und tölpisch zeigte er sich in allen seinen Bewegungen. Alle Welt machte sich über seine Missgestalt lustig. Sooft auch Ritter der Umgebung Ritterspiele und Feste abhielten, niemals konnte er sich sehen lassen. Wo er auch auftauchte, alle hatten nur beißenden Spott und bitteren Hohn für ihn übrig. Schon lange gab es in der Burg Rabenstein kein glänzendes Fest mehr. Selten sprach ein fremder Rittersmann in der ungastlichen Stätte vor. Nirgends in der Nachbarschaft trug ein Burgfräulein den Wunsch, Herrin von Rabenstein zu werden.
Knechte und Mägde ahmten den Gang ihres Herrn, seine Wutausbrüche nach. Selbst seine Verwandten zogen sich mehr und mehr von dem Rabensteiner zurück. Nur sein unermess- licher Reichtum bewog sie, die Freundschaft zu ihm nicht ganz zu brechen. Jahrhunderte lang gab es weithin kein reicheres Besitztum an Dörfern mit Feldern, Wiesen, Wäldern und Teichen als das der Rabensteiner.
Die Jahre vergingen. Das Leben des Burgherren blieb leer und einsam. Nur eine Freude hatte der alternde Mann, die Freude, die nur ein Geizhals haben kann.
Die Sonne war zur Neige gegangen. Gutshof und Burg lagen in tiefer Ruhe. Behutsam schlich beim Vollmond- schein oder beim matten Lichte einer Talgkerze der Burgherr in den einsamen Rittersaal. Bilder der Vorfahren schmückten die Wände des großen, düsteren Raumes, in dem einst herrliche Feste stattgefunden hatten. In der einen Ecke stand seine liebe Truhe. Zu ihr zog es ihn hin. Mühsam öffnete er das kunstvolle Schloss. Knarrend ließ sich langsam der schwere Deckel heben. Ja! Da stand die einzige Freude seines bitteren und liebleeren Lebens: eine Truhe voll blanker Goldstücke. Hier saß er nun stundenlang und wühlte mit knorrigen Fingern in dem glitzernden Schatze. Wie freute er sich, wenn er nach und nach im- mer mehr solche Dukaten hinzufügen konnte. So auch in einer stürmischen Herbstnacht. Der Wind heulte in den Erkern, Ecken und Nischen der Burg und in den hohen Bäumen ringsum. Wieder steht er im Rittersaal. Sein Blick streift die Bilder der Ahnen. Doch was ist das? Bewegen sich nicht deren Augen? Ver- achten etwa auch seine Ahnen sein zweckloses Tun? Das Knistern und Rascheln um ihn her will heute kein Ende nehmen. Bald ist es vor, bald hinter ihm. Mit wachsbleichem Antlitz und furchtverzerrten Zügen drehte er sich um. Da - das Blut will ihm in den Adern erstarren. Vor ihm steht die Stammmutter seines Geschlechtes. Genau wie im Bild an der Wand blickt sie ihn ernst und durchdringend an. Mit hohler Grabstimme ruft sie ihm zu:" Mach dich bereit zum Sterben! In drei Tagen schlägt deine Stunde!" - Der Spuck vor seinen Augen ist verschwunden. Die Ahnfrau blickt aus ihrem Goldrahmen herab wie immer. Zu Ihren Füßen aber kauert jetzt der Geizhals. Er zittert am ganzen Leibe.
Mühsam erhebt er sich. Langsam und bebend schleppt er sich zum Bett. Schlafen kann er nicht. Nach Art der Geizigen quält ihn die Sorge um sein liebes Geld in der Truhe. Sterben und den ganzen Reichtum denen hinterlassen, die ihn nur verachtet haben? Nie und nimmermehr! Die verhassten Verwandten sollen nur eine leere Truhe vorfinden! Noch ehe der Tag graut, hat er in dem unterirdischen Gange, der von der Burg wegführt, ein passendes Versteck gefunden. Nun rasch die Goldstücke aus seiner lieben Truhe dorthin gebracht! Drei Nächte hat er ja nur Zeit!
Endlich hat er es geschafft:" Der Schatz ist vergraben." Seine Lippen beben. Ein Bannspruch vollendet das Werk:" Hier liege, du liebes Geld, bis ein anderer mit unserem Namen Besitzer der Burg ist, der ausgewachsen ist wie ich. Nur der soll den Schatz entdecken und heben!" Am dritten Tage danach fanden Rabensteiner Burgmannen ihren Herrn tot neben der leeren Truhe. (Steinbrück)
Quelle: "Sagen" Miriquidi-Sammlungen